Die Bolide ist die am meisten unterschätzte Tasche im Hermès-Universum. Sie ist die älteste, sie war die erste weltweit mit Reißverschluss, und sie ist eine der Taschen, welche du in einer Hermès-Boutique kaufen kannst, ohne jahrelange Kaufhistorie vorweisen zu müssen. Wenn du das noch nicht wusstest: Willkommen im exklusivsten Geheimtipp der Luxus-Handtaschen-Welt.
Inhalt
Die Geschichte der Hermès Bolide: Alles begann mit Henry Ford
Es ist 1920. Émile-Maurice Hermès, Enkel des Firmengründers, besucht die Automobilfabrik von Henry Ford in den USA. Was er dort entdeckt, verändert die Geschichte der Handtasche für immer: den Reißverschluss. Zu dieser Zeit wird der Reißverschluss ausschließlich in der Automobilindustrie genutzt. Hermès erkennt sofort das Potenzial, sichert sich als Erster die exklusiven Rechte für die Nutzung in Frankreich und wendet das Prinzip auf Leder an.
1923 bringt er die erste Handtasche der Welt mit Reißverschluss auf den Markt. Ursprünglich heißt sie schlicht „le sac pour l’auto“, die Autotasche. Sie ist designed für die neue Moderne, für Reisen, für Frauen, die sich bewegen. Die Tasche passt in Kofferräume, öffnet sich schnell, schließt sicher.
Den Namen „Bolide“ bekommt die Tasche deutlich später, offiziell erst 1994. „Bolide“ bedeutet auf Französisch Komet oder Rennwagen, ein Name, der die Energie der Anfangsjahre widerspiegelt. Die Welt war damals fasziniert von Geschwindigkeit, Automobilen und Modernität. Die Bolide hat all das in sich aufgesogen und ist nie wieder losgelassen worden.
Mehr als 100 Jahre nach ihrer Premiere ist die Bolide noch immer in der Kollektion. Nicht neu aufgelegt. Nicht überarbeitet. Einfach weitergemacht.
Was macht die Hermès Bolide aus?
Von außen wirkt die Bolide fast einfach. Eine geschwungene Dom-Silhouette, zwei gerollte Henkel, ein langer Reißverschluss über die gesamte Breite. Kein Schnappverschluss, kein Drehverschluss, kein großes Logo. Und genau das ist der Trick.
Was die Tasche technisch auszeichnet, ist der patentierte Hermès-Reißverschluss. Er läuft glatt, er schließt vollständig, und er öffnet sich mit einem weichen Ziehen am Ledergriff. Das mag banal klingen, bis man zum ersten Mal versucht, schnell in eine Birkin zu greifen. Die Bolide hat da einen echten praktischen Vorteil.
Die Designelemente im Überblick: Der Dom-Korpus besteht aus einer geschwungenen Kuppelform mit breiter, stabiler Basis, die Form, die auch nach Jahren nicht einläuft. Die zwei Rollgriffe sind inspiriert von Hermès‘ équestrian Heritage, von Sattelgurten. Der abnehmbare Schulterriemen macht aus der Handtasche einen Crossbody. Der ovale Leder-Patch auf der Vorderseite war ursprünglich für Monogramme gedacht, bei der klassischen Bolide (27, 31, 35, 45) ist er vorhanden, bei der Bolide 1923-Linie fehlt er. Und dann ist da noch das Schloss ab Größe 27: ein kleines Vorhängeschloss, das durch den Reißverschlussgriff gefädelt wird. optisches Detail und echter Sicherheitsmechanismus in einem.
Wichtig zu wissen: Hermès produziert zwei Körpervarianten. Die Bolide Rigide aus festeren Ledern wie Epsom oder Togo behält ihre Form. Die Bolide Mou (auch Bolide Relax) aus weicherem Sikkim- oder Swift-Leder drapiert sich leichter und wirkt entspannter. Beide sind authentische Bolides, aber mit unterschiedlichem Charakter.
| Vergleich | Traditionelle Bolide | Bolide 1923 |
|---|---|---|
| Design | Klassisch | Modern |
| Beschläge | Glänzend | Matt |
| Größenangebot | Tiny/27/31/35/45 | Mini(18)/25/30 |
Alle Größen im Überblick
Die Bolide-Familie besteht aus zwei Linien: der klassischen Bolide und der neueren Bolide 1923. Insgesamt gibt es sieben Größen. Hier ist alles, was du wissen musst.
Die Bolide 1923-Linie (Heritage-Edition)
Die Bolide 1923-Linie ist die puristischere Version. Sie ehrt das Originaljahr 1923 und kommt ohne den ovalen Leder-Patch auf der Vorderseite aus. Das Design liegt näher am Original, die Proportionen sind etwas schlanker. Sie ist in drei Größen erhältlich.
| Modell | Maße (ca.) | Charakter | Ideal für |
| Bolide 1923 Mini (20) | 18,5 × 14,5 × 8 cm | Kompakter Crossbody | Abend, Wochenende, Essentials |
| Bolide 1923 25 | 25 × 19 × 10 cm | Kleine Alltags-Handtasche | Tagesausflüge, Dinner, Casual |
| Bolide 1923 30 | 30 × 23 × 12 cm | Mittlere Allrounderin | Alltag, Arbeit, Reisen |
Die klassische Bolide-Linie
Die Klassiker haben den ovalen Patch, breitere Henkel und ab Größe 27 das Vorhängeschloss. Sie wirken strukturierter, etwas formaler und sind die historisch ältere Linie.
| Modell | Maße (ca.) | Charakter | Ideal für |
| Bolide 27 | 27 × 20 × 13 cm | Kompakte Klassikerin | Alltag, Dinner, Business |
| Bolide 31 | 31 × 24 × 14 cm | Die beliebteste Größe | Alltag, Laptop, A4-Dokumente |
| Bolide 35 | 35 × 27 × 17 cm | Großzügige Arbeitstasche | Business, kurze Reisen |
| Bolide 45 | 45 × 35 × 23 cm | Elegante Reisetasche | Wochenendtrips, Flugreisen |
Welche Größe ist die richtige? Die meisten kaufen die Bolide 31 als erste Bolide. Sie passt einen Laptop, eine Geldbörse, Schlüssel und Daily Essentials. Wer lieber weniger trägt und die Tasche als Lifestyle-Piece nutzt, wird mit der 1923 Mini oder der 1923 25 glücklicher sein. Die 45 ist buchstäblich eine Reisetasche, und die 35 der Sweet Spot zwischen Alltag und Reise.
Leder & Materialien: Worauf kommt es an?
Die Wahl des Leders ist bei der Bolide mindestens genauso wichtig wie die Größe. Sie beeinflusst Optik, Alltagstauglichkeit, Pflege und vor allem den Wiederverkaufswert. Hermès verwendet verschiedene Lederarten, von denen einige am Markt deutlich begehrter sind als andere.
Epsom ist geprägtes Kalbsleder, sehr strukturiert, kratzerresistent und formstabil. Es ist eines der beliebtesten Bolide-Leder, weil es robust und pflegeleicht ist. Farben nehmen Epsom besonders lebhaft auf. Preislich etwas günstiger als Chèvre, aber sehr begehrt im Wiederverkauf.
Togo / Clémence ist weiches, natürlich gekörntes Kalbsleder. Togo hat eine etwas festere Körnung, Clémence ist weicher und drapiert sich leichter. Beide geben der Bolide einen entspannten, alltagstauglichen Charakter. Die Bolide 31 kommt klassischerweise häufig in Clémence.
Evercolor ist mattes Kalbsleder mit besonders stabiler Farbgebung. Es ist fleckenresistenter als viele andere Leder und sehr alltagstauglich. Bei der Bolide 1923-Linie sehr häufig zu finden.
Chèvre Mysore ist Ziegenleder. Leicht, leicht glänzend, mit feiner Körnung und besonders lebhafter Farbdarstellung. Chèvre gilt als Premium-Leder und kostet in der Boutique etwas mehr. Im Wiederverkauf erzielt Chèvre regelmäßig höhere Preise, besonders bei der Mini-Größe.
Swift ist ein sehr weiches, glattes Kalbsleder mit samtiger Oberfläche. Es nimmt Kratzer leichter an als strukturiertere Leder, aber die Farbtiefe ist außergewöhnlich. Für eine Bolide, die nicht täglich genutzt wird, ist Swift eine der schönsten Optionen.
Exoten wie Strauß, Krokodil oder Eidechse existieren und sind selten. Sie kosten ein Vielfaches und sind streng limitiert. Im Wiederverkauf können sie das Zwei- bis Dreifache des ursprünglichen Retailpreises erzielen.
Möchtest du mehr über Hermes Leder erfahren? HIER kommst du zum Hermes Leder Guide.
Hermès Bolide Preise 2026
Hermès veröffentlicht keine offiziellen Preislisten online. Die Preise variieren je nach Größe, Leder und Land. Hermès erhöht seine Preise in der Regel einmal jährlich zu Jahresbeginn, zwischen 2023 und 2026 sind die Bolide-Preise um rund 26 bis 28 Prozent gestiegen.
Die folgenden Preisangaben sind Richtwerte für den europäischen Markt (EU-Boutiquen) und können je nach aktuellem Leder und Saison etwas variieren.
| Modell | Leder (Beispiel) | Boutique-Preis ca. (EUR) |
| Bolide 1923 Mini | Evercolor / Epsom | ab ca. 6.000 € |
| Bolide 1923 Mini | Chèvre Mysore | ab ca. 6.500 € |
| Bolide 1923 25 | Epsom / Evercolor | ab ca. 7.500 € |
| Bolide 1923 30 | Epsom | ab ca. 9.000 € |
| Bolide 27 | Epsom | ab ca. 7.500 € |
| Bolide 31 | Clémence / Togo | ab ca. 9.500 € |
| Bolide 35 | Togo | ab ca. 11.000 € |
| Bolide 45 | Togo | ab ca. 14.000 € |
Hinweis zu den Preisen: Diese Angaben sind ungefähre Richtwerte basierend auf aktuellen Marktdaten. Hermès passt Preise jährlich an. Exoten wie Strauß oder Krokodil liegen deutlich höher und beginnen bei etwa 15.000 € für kleinere Größen. Für den aktuell gültigen Boutique-Preis empfiehlt sich immer eine direkte Anfrage in der Hermès-Boutique.
Hermès Bolide auf dem Secondhand-Markt
Auf dem Secondhand-Markt liegt die Bolide je nach Zustand, Farbe und Leder bei etwa 40 bis 70 Prozent des ursprünglichen Retailpreises. Das klingt erstmal wenig. Ist es aber nicht, wenn man weiß, dass die Mini-Bolide 1923 in begehrten Farben wie Etoupe, Gold oder seltenen Saisontönen regelmäßig über dem Retailpreis gehandelt wird.
Im Durchschnitt liegt der Secondhand-Preis für eine gut erhaltene Bolide bei etwa 3.100 bis 5.000 Euro für die klassischen Größen. Exoten-Leder-Modelle starten bei rund 7.000 bis 8.000 Euro und limitierte Editionen können bis zu 18.000 Euro erreichen.
Die Hermès Bolide als Investment
Die Frage, die viele beschäftigt: Lohnt sich die Bolide als Investment? Die ehrliche Antwort: eher Ja, aber mit Nuancen.
Die Bolide ist keine Quota-Bag. Das bedeutet: Du brauchst keine jahrelange Kaufhistorie bei Hermès, kein spezielles Verhältnis zu deiner Beraterin, keine bisherigen Käufe, um eine Bolide kaufen zu können. Das ist ein enormer Unterschied zur Birkin und Kelly, die offiziell nach einem Angebotssystem vergeben werden. Die Bolide kannst du – theoretisch – beim nächsten Boutique-Besuch kaufen, wenn sie vorrätig ist.
Genau darin liegt ihr Investment-Charakter: Sie ist zugänglich genug, um sie zu kaufen, aber begrenzt genug, um Wert zu halten. Hermès produziert alle Taschen handgefertigt in begrenzten Mengen. Populäre Farb-Leder-Kombinationen sind in der Boutique schwer verfügbar. Wer die richtige Farbe zur richtigen Zeit kauft, kauft ein Asset.
Die wertstabilsten Entscheidungen für eine Bolide als Investment sind klassische Neutraltöne: Noir (Schwarz), Etoupe (ein elegantes Graubeige), Gold und Nata. Diese Töne haben jahrgangsübergreifend starke Nachfrage im Wiederverkauf. Seltenere Saisontöne können kurzfristig spekulativ über Retail liegen, sind aber weniger vorhersehbar.
Ein weiterer Faktor: Hermès erhöht seine Preise jährlich. Wer heute kauft, zahlt weniger als in zwei Jahren. Zwischen 2023 und 2025 sind die Bolide-Preise bereits um rund 26 bis 28 Prozent gestiegen. Das macht jeden heutigen Kauf nachträglich günstiger als ein zukünftiger.
Investment-Kurzfassung: Die Mini Bolide 1923 in Chèvre oder Evercolor, in klassischen Farben wie Noir, Etoupe oder Gold, mit vollständigem Set (Box, Dustbag, Receipt) ist aktuell eine der zugänglichsten Hermès-Optionen mit nachweislich stabilem bis steigendem Resale-Wert.
Bolide vs. Birkin: Der Vergleich
Diese Frage kommt immer. Und sie ist berechtigt, weil beide aus demselben Haus kommen und doch komplett unterschiedliche Taschenphilosophien vertreten.
Hermès Bolide
- Weltälteste Handtasche mit Reißverschluss (seit 1923)
- Keine Quota-Bag, kein Kaufverlauf nötig
- Reißverschluss: schneller Zugriff, mehr Sicherheit
- Inkl. Schulterriemen für Crossbody-Wear
- Weniger bekannt = diskreter Luxus
- Geringere Einstiegspreise als Birkin
- Wertsteigerung moderat, aber verlässlich
- Mehr Alltagstauglichkeit, weniger Aufmerksamkeit
Hermès Birkin
- Ikonischste Handtasche der Welt (seit 1984)
- Quota-Bag: Kauf nur über Kundenbeziehung
- Offener Überschlag: weniger praktisch, mehr Statement
- Kein Schulterriemen im Standard
- Weltbekannt, sofortiger Wiedererkennungswert
- Deutlich höhere Retail- und Resale-Preise
- Höchste Wertsteigerung aller Hermès-Taschen
- Mehr Aufmerksamkeit und Prestige
Was bedeutet das in der Praxis? Wenn Prestige und maximaler Resale-Wert das Ziel sind, ist die Birkin die Wahl. Wenn du eine herausragende Tasche mit Heritage, Qualität und echtem Alltagspotenzial suchst, die du nicht um dein Leben beschützen musst und die du tatsächlich kaufen kannst, dann ist die Bolide die klügere Wahl.
Es gibt auch ein drittes Szenario: Du willst in Hermès einsteigen. Du willst das Haus kennenlernen, das Leder spüren, die Handwerkskunst verstehen, ohne fünf Jahre auf eine Birkin zu warten. Die Bolide ist dafür der perfekte Einstieg.
Wo und wie kaufst du eine Hermès Bolide?
Die einfachste Antwort: in einer Hermès-Boutique. Die realistische Antwort: Das ist leichter gesagt als getan.
Auch wenn die Bolide keine Quota-Bag ist, heißt das nicht, dass sie auf Abruf verfügbar ist. Hermès produziert handgefertigt und in begrenzten Mengen. Beliebte Farben sind oft ausverkauft. In manchen Boutiquen wirst du eine Bolide sehen, in anderen nicht. Wer eine spezifische Farb-Leder-Kombination sucht, kann bei der Boutique eine Anfrage stellen, offiziell keine Warteliste, aber SA´s merken sich Wünsche.
Der Secondhand-Markt ist für viele die bessere Option. Hier findest du das Modell, das du wirklich willst, sofort verfügbar und oft zu einem Preis, der nicht weit vom Retail entfernt liegt. Wichtig dabei: Kaufe immer mit Echtheitszertifikat.
Hermès Bolide auf Echtheit prüfen
Hermès-Fälschungen sind leider hochwertig genug geworden, dass selbst erfahrene Augen sich täuschen können. Gerade bei der Bolide, die auf dem Secondhand-Markt zu attraktiven Preisen angeboten wird, lohnt sich eine genaue Prüfung immer.
Worauf du selbst achten kannst: Das Leder bei einer echten Hermès-Bolide fühlt sich satt, schwer und strukturiert an. Es riecht nach hochwertigem Leder, nicht nach Plastik oder Chemie. Der Reißverschluss läuft absolut geschmeidig, ohne zu haken. Die Nähte sind perfekt gleichmäßig und in saddle stitch ausgeführt – keine Fäden, keine Unregelmäßigkeiten. Der Datumsstempel innen, meist auf einem Leder-Tab oder direkt in der Naht eingestanzt, gibt Auskunft über das Produktionsjahr. Ein „K“-Stempel steht beispielsweise für 2025.
Das Hermès-Logo auf der Hardware ist scharf gestanzt, ohne Verwischungen. Auf der Innenseite findest du die Prägung „Hermès Paris“, immer ohne Akzent auf dem ersten „e“. Klingt kleinlich, aber Fälscher machen genau hier Fehler.
Was du selbst nicht beurteilen kannst: die Qualität der Leder-Chargierung, die exakten Stichzahlen der Handnähte, die Metalllegierung der Hardware. Für das volle Bild ist ein professionelles Echtheitszertifikat unersetzlich, besonders wenn du eine Bolide kaufst, die du weiterverkaufen oder versichern möchtest. Ein Zertifikat sichert deinen Wert langfristig ab und schützt beim Weiterverkauf vor Zweifeln.
Möchtest du professionelle Unterstützung beim Echtheitscheck von Hermes? Wir helfen gerne mit unserem Onlineservice Authentifizierungsservice von Luxury Planet.
Kaufcheckliste: Hermès Bolide
- Größe geklärt: Mini 1923 (Crossbody) oder Bolide 31 (Alltag)?
- Leder gewählt: Epsom (strukturiert) oder Clémence (weich)?
- Farbe entschieden: Klassiker (Noir, Etoupe, Gold) für Wertstabilität?
- Hardware überprüft: Gold oder Palladium zur Garderobe passend?
- Herkunft klar: Boutique-Neukauf oder verifizierten Secondhand-Händler?
- Datumsstempel vorhanden und geprüft?
- Vollständiges Set: Box, Dustbag, Schulterriemen, Schloss & Schlüssel (ab 27)?
- Echtheitszertifikat beantragt oder vorhanden?
- Taschenhalter für sicheres Aufbewahren und Pflege besorgt?
Häufige Fragen zur Hermès Bolide
Was ist der Unterschied zwischen der Bolide und der Bolide 1923?
Die klassische Bolide-Linie (27, 31, 35, 45) hat den ovalen Leder-Patch auf der Vorderseite, breitere Henkel und ab Größe 27 ein Vorhängeschloss. Die Bolide 1923-Linie (Mini, 25, 30) kommt ohne Patch, mit schlankeren Proportionen und einer Optik, die näher am Original von 1923 liegt. Beide sind vollwertige Hermès-Bolides.
Kann ich eine Hermès Bolide einfach so kaufen, ohne Kaufhistorie?
Ja. Die Bolide ist offiziell keine Quota-Bag. Das bedeutet, du brauchst kein vorangegangenes Kaufvolumen bei Hermès, um eine angeboten zu bekommen. Allerdings ist die Verfügbarkeit begrenzt, und beliebte Farben sind oft ausverkauft. Eine direkte Anfrage in der Boutique oder eine Vormerkliste über deine Beraterin ist trotzdem empfehlenswert.
Welche Hermès Bolide hält am besten ihren Wert?
Die Mini Bolide 1923 in Chèvre Mysore oder Evercolor, in klassischen Farben wie Noir, Etoupe oder Gold, mit vollständigem Set (Box, Dustbag, Originalquittung). Diese Kombination erzielt im Resale regelmäßig Preise nahe oder über Retail. Exoten-Leder-Modelle haben das höchste Potenzial, sind aber unberechenbar und selten verfügbar.
Was ist besser für den Alltag: Bolide oder Birkin?
Für den Alltag klar die Bolide. Der Reißverschluss macht sie schneller zu öffnen, sicherer unterwegs und weniger anfällig für das berühmte Problem, das Birkin-Trägerinnen kennen: schnell mal reingucken ohne großes Umständliches. Dazu kommt der abnehmbare Schulterriemen, den die Birkin nicht hat. Die Bolide ist schlichtweg die praktischere Tasche.
Welche Größe ist am beliebtesten?
Im Alltag ist die Bolide 31 die meistverkaufte Größe. Sie passt einen kleinen Laptop, eine Geldbörse, Schlüssel, Telefon und alle täglichen Essentials. Für einen moderneren, minimalistischeren Lifestyle ist die Bolide 1923 Mini oder die 1923 25 aktuell am stärksten im Trend.
Wie pflege ich meine Hermès Bolide richtig?
Am wichtigsten: nicht überfüllen, nicht in Regen tragen, nicht in direkter Sonne lagern. Nach dem Tragen in den Dustbag legen, leicht ausgestopft mit Seidenpapier damit die Form erhalten bleibt. Leder gelegentlich mit einem speziellen Lederprotektionsmittel behandeln, je nach Leder unterschiedlich. Ein Taschenhalter sorgt dafür, dass die Tasche beim Absetzen auf stabiler, sauberer Fläche steht und nicht in Kontakt mit Fremdoberflächen kommt.
Sollte ich eine Hermès Bolide neu oder secondhand kaufen?
Beide Optionen haben ihre Berechtigung. Neu aus der Boutique bedeutet: du bekommst genau das, was du willst (wenn verfügbar), mit vollem Set und aktuellem Datumsstempel. Secondhand kann günstiger sein, bietet manchmal vergriffene Farben und ist nachhaltiger. Wichtig bei jedem Secondhand-Kauf: professionelle Echtheitsprüfung und ein Echtheitszertifikat.
Fazit: Die Bolide ist das klügste Stück im Hermès-Universum
Die Hermès Bolide ist 100 Jahre alt und aktueller denn je. Sie kombiniert echte Geschichte mit praktischer Alltagstauglichkeit, bietet einen realen Wertspeicher ohne die Hürden der Birkin und schafft es, sowohl die Casual-Trägerin als auch die Investorin zu überzeugen. Sie ist der Beweis, dass gutes Design keine Zeit kennt.
Wenn du noch keine Bolide hast: Fang mit der Bolide 1923 Mini oder der Bolide 31 an. Beide sind Einstiegsmodelle in den eigentlichen Sinne, Einstieg in eine Tasche, die nie aus der Mode kommt, die Wert hält und die du täglich tragen wirst ohne Angst, sie zu beschädigen.
Und wenn du eine Bolide bereits hast: Schütz sie gut. Lass die Echtheit dokumentieren, bewahr sie richtig auf und behandle sie als das, was sie ist, ein Stück Handwerksgeschichte.